An einem Wegrand stand eine wunder-wunderschöne Blume und weinte in tiefer Trauer vor sich her. Soweit das Auge reichte, war sie die einzige ihrer Art. Trotzt der Tränen, strahlte sie in den herrlichsten Farben, die sich stets veränderten und so erschienen, wie einer sie sehen wollte. Ein betörender, von Sanftmut erfüllter Duft umgab sie. Ihr Stengel und das zarte Blattwerk , welche mit feingliedrigen Lebensadern durchdrungen waren, ließen die Zerbrechlichkeit dieser anmutigen Schönheit erkennen. Ein kleines Mädchen kam des Weges und sah die weinende Blume. "Warum weinst du?", fragte das kleine Mädchen mitleidsvoll. "Ach", schluchzte die wunder-wunderschöne Blume, "alle sehnen sich so sehr nach mir... und wenn ich zu ihnen komme, dann will mich keiner haben". "Das verstehe ich aber nicht", antwortete das kleine Mädchen. "Du bist doch so wunder-wunderschön... und wie herrlich du duftest! Sag', wie heißt du eigentlich?" "Liebe", erwiderte die wunder-wunderschöne Blume. "Mein Name ist... Liebe".

Fredi  M. Uhlig